Das große digitale Ausmisten und Sichern

Kennt ihr das auch? Wir sichern unsere kostbarsten Momente auf externen Festplatten, schieben sie rüber, atmen tief durch und… vergessen sie. Diese Festplatten sind wie die Kisten auf dem Dachboden: Man fühlt sich besser, weil man sie hat, aber man schaut nie wieder rein. Ein echtes „de facto Nimmerwiedersehen“. Ich habe beschlossen, dass meine Lieblingsfotos nicht auf einer kalten Festplatte verstauben dürfen.

Also habe ich mich drangesetzt und bin die Ordner mit der GRoßansicht der Fotos durchgegangen. Nur die schönsten Schnappschüsse kommen zurück in einen speziellen Ordner auf meinem Handy. So kann ich beim Warten beim Kinderarzt oder in einer ruhigen Minute einfach mal durchscrollen und mich erinnern. Teilweise konnte ich in diesem Arbeitsschritt zwar schon GBs an Fotos löschen, aber mir fiel auch auf, dass sich haufenweise Duplikate angesammelt haben.

Aber wie entstehen eigentlich diese Berge an Datenmüll? Hand aufs Herz: Bei mir war es oft die pure Bequemlichkeit. In der Elternzeit hat man gefühlt tausend Dinge gleichzeitig im Kopf. Wenn man dann mal kurz Zeit für eine Sicherung findet, ist man oft einfach zu faul, genau zu eruieren, was schon gesichert wurde. Man denkt sich: „Lieber einmal zu viel kopiert als ein wichtiges Foto verloren!“ Das Ergebnis sind unzählige Ordner wie „Backup_Neu“, „Backup_Final_2“ und „Sortieren_irgendwann“. So baut man sich ganz schleichend sein eigenes digitales Labyrinth aus Duplikaten auf, weil man aus dem „wohligen Gefühl“ der Sicherheit heraus einfach alles immer wieder sichert.

Also schnell das Netz befragt und die Lösung hieß AllDup. Ich sage es euch ehrlich: AllDup sieht auf den ersten Blick aus wie ein Programm aus den 90ern – total unübersichtlich und technisch. Aber wenn man eine beliebige KI mit seinen Wünschen füttert, präsentiert die einem sofort idiotensichere Wege mit dem Programm zielgesteuert zu arbeiten. Ich habe mir einfach von Gemini erklären lassen, welche Funktionen ich für meine speziellen Ordnerstrukturen wirklich brauche. So habe ich Schicht für Schicht entrümpelt und tonnenweise (ca. 300 GB!) Datenmüll gelöscht. Es ist unglaublich befreiend, wenn die „Kopie von Kopie von Kopie“ endlich verschwindet!

Nach dem großen Sortieren kam die entscheidende Frage: Wohin mit den Schätzen? Meine Lösung ist die Synology DS224+. Aber was ist das eigentlich? Stellt euch ein NAS (Network Attached Storage) wie einen kleinen, flüsterleisen Computer vor, der dazu da ist, eure Daten zu verwalten. Die DS224+ kostet aktuell (ohne Festplatten) etwa 300 bis 340 €. Mit Festplatten habe ich im Dezember 2025 ca. 650 Euro gezahlt. Die „Cloud“, die ihr mit der Einrichtung erstellt, gehört dann auch wirklich euch – ohne monatliche Abo-Gebühren an Großkonzerne.

Der größte Pluspunkt im Alltag ist die App Synology Photos. Sie ist kostenlos für Android und das iPad und bei uns mittlerweile auf allen Geräten installiert – bei mir, meinem Mann und sogar bei meiner Mutter. Sobald die bei uns zu Besuch ist, läuft im Hintergrund über unser Wlan ein Backup und ihre Fotos werden automatisch gesichert. Ich habe für jeden einen eigenen Benutzernamen auf dem NAS angelegt. So ist die Privatsphäre gewahrt: Meine Mutter sieht nur ihre Bilder, mein Mann nur seine. Wenn wir doch mal die neuesten Schnappschüsse der Kleinen teilen wollen, kann ich die Zugriffsrechte ganz flexibel vergeben.

Warum sich die Investition für uns noch lohnt: Ein NAS kann nämlich noch viel mehr als „nur“ Fotos:

  • Multimedia-Zentrale: Wir speichern dort beispielsweise auch unsere Hörbuchsammlung und können diese so unkompliziert den selbst gebastelten Tonie-Figuren zuordnen.
  • Gemeinsames Familien-Archiv: Wir haben einen „Shared Folder“ für alles, was uns beide angeht – von der Reiseplanung für den nächsten Familienurlaub bis hin zu den Bauplänen für das Kinderzimmer. Beide haben Zugriff, egal ob vom Handy oder Laptop aus.
  • Smarter Dokumenten-Scanner: Mit der passenden App (wie Synology Drive) scanne ich wichtige Post direkt mit dem Handy ein. Das NAS schiebt es in den richtigen Ordner und wir haben endlich das „papierlose Büro“ – oder zumindest deutlich weniger Chaos auf dem Sideboard.
  • Eigener Video-Streaming-Dienst: Wir speichern dort auch längere Videos von Familienfeiern oder die ersten Krabbelversuche unserer Tochter. Die können wir dann ganz ohne Ruckeln oder Cloud-Limit direkt auf dem Smart-TV im Wohnzimmer anschauen.

Das Beste ist das beruhigende Gefühl: Die App erledigt die Sicherungen im Hintergrund ganz automatisch und in dem Intervall, den ich festlege. Ich kann mich entspannt zurücklehnen, denn selbst wenn ein Handy geklaut wird, sind die Daten sicher (bzw. so sicher, wie sie sein können unter häuslichen Umständen).

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