Eine katholische Taufe planen – was ich gerne vorher gewusst hätte

Wir haben kürzlich unsere Tochter taufen lassen und im Nachgang möchte ich gerne kurz zusammenfassen, was ich gerne vorher gewusst hätte. Denn ganz ehrlich: Die Planung kann im Vorfeld ganz schön stressig werden, und das muss eigentlich überhaupt nicht sein, wenn man ein paar Dinge vorher weiß.

Das fängt schon bei der Frage nach den Taufpaten an. Wer darf das Amt überhaupt übernehmen, welche Konfession ist Pflicht und welche Unterlagen braucht das Pfarrbüro? Um den Blogartikel hier nicht mit trockenen, kirchenrechtlichen Fakten zu überladen, halte ich es kurz: Uns wurde im Pfarrbüro ein wunderbares Heft in die Hand gedrückt, das all diese offiziellen Infos, Abläufe und Vorgaben perfekt zusammenfasst. Das Ganze nennt sich Praxis Kindertaufe: Impulse für die Gestaltung der Feier und ist online beim Bistum Münster zu finden. Keine Sorge, auch wenn ihr in einem anderen Bistum wohnt, gelten diese Grundlagen ganz genau so. Ein wichtiger Tipp direkt vorweg: Die Paten müssen eine sogenannte Patenbescheinigung (bzw. ein Nachweis über die Kirchenzugehörigkeit) bei ihrem eigenen Wohnsitzpfarramt beantragen, um ihre Kirchenzugehörigkeit nachzuweisen. Weil dieser behördliche Schritt ein bisschen dauern kann, solltet ihr das als allererstes angehen. Und falls sich bei den Paten doch irgendwelche Probleme ergeben – zum Beispiel weil ihr keinen katholischen Paten im Umfeld habt –, sucht unbedingt das persönliche Gespräch mit eurem Pfarrbüro. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man dort unglaublich verständnisvoll ist und gemeinsam nach einer guten, pragmatischen Lösung sucht. Es muss definitiv nicht an den Formalitäten scheitern!

Ein Thema, das mich persönlich im Vorfeld einiges an Kopfzerbrechen gekostet hat, war das Taufkleid. Die meisten Gemeinden stellen standardmäßig so genannte Taufaufleger zur Verfügung. Das sind ärmellose Gewänder, die dem Kind erst während der Zeremonie übergelegt werden. Wer ein eigenes Kleid kaufen möchte, merkt schnell, dass der Fachhandel – etwa für Priesterbedarf – selbst für ganz schlichte Varianten stolze 180 € verlangt. Filigranere Modelle gab es dort gar nicht, und ich will gar nicht wissen, was die sonst gekostet hätten. Da Selbernähen für mich mangels Nähkenntnissen flachfiel, habe ich mich bei Etsy umgesehen und ein wunderschönes, maßangefertigtes Modell gefunden. Die Kommunikation mit dem Shop (LoliweKids) lief tadellos, Fragen wurden schnell beantwortet und das Kleid kam deutlich früher, als angegeben und war tadellos verarbeitet! Eine weitere tolle Anlaufstelle bei meiner Suche war übrigens auch die Seite Taufkleider Kinderlieb. Hier hätte ich auch problemlos ein schönes Kleid gefunden, wenn ich mich nicht in das oben verlinkte Modell verliebt hätte. Am Tauftag gab es dann auch unglaublich viele Komplimente für das Kleid.

Traditionell ist das Kind während des ersten Teils des Gottesdienstes ganz normal (oft festlich weiß oder hell) angezogen. Erst nach dem Übergießen mit Wasser folgt das Taufkleid als ausdeutender Ritus. Unsere Tochter allerdings hasst das Umziehen extrem (und weil sie nicht das einzige Baby ist, dass Anziehen doof findet, werden deshalb auch so gerne die Taufaufleger genutzt, und tatsächlich vorne auch nur aufgelegt und später erst für die Fotos angezogen). Um uns das Handling mit dem langen Kleid und den festeren Stoffen vor aller Augen vorne am Altar zu ersparen, haben wir vorab mit dem Pfarrer besprochen, dass wir sie schon vor dem Gottesdienst komplett anziehen dürfen. Das war die beste Entscheidung überhaupt, denn so war ihre Laune während der Feier absolut im grünen Bereich und der Gottesdienst für uns alle sichtlich entspannter. Sprecht einfach den Pfarrer im Vorgespräch darauf an, ob er das okay findet.

Den Gottesdienst selbst könnt ihr ohnehin wunderbar mitgestalten, wofür das oben verlinkte Heft auch tolle Bausteine liefert. Wenn ihr wie wir viele evangelische oder konfessionslose Gäste einladet, ist ein reiner Wortgottesdienst anstelle einer vollständigen Messe mit Kommunion eine sehr nette Alternative. So muss niemand verunsichert in den Bänken sitzen bleiben, weil er die Abläufe nicht kennt. Ihr könnt die Fürbitten komplett selbst schreiben und auf eure Familie zuschneiden – es ist besonders schön, wenn die Paten diese dann im Wechsel vorlesen. Auch die biblische Lesung dürft ihr selbst wählen, und wer möchte, kann zusätzlich sogar noch einen schönen, nicht-biblischen Text einbauen. Für die Musik reichen drei bis vier Lieder vollkommen aus. Die müssen nicht mal zwingend traditionell-kirchlich sein, solange sie dem Anlass entsprechen; nach Absprache ist sogar Musik über eine Bluetooth-Box denkbar. Das Taufwasser wird übrigens für die Kleinen angenehm angewärmt, und manche Pfarreien erlauben es sogar, Wasser aus einem nahegelegenen städtischen Fluss oder See zu nutzen.

Für die Feier bietet sich ein selbst gestaltetes Kirchenheft an, damit die Gäste dem Gottesdienst gut folgen können. Wir haben uns für klassische, auf DIN A5 gefaltete DIN A4-Seiten entschieden, die in der Mitte mit einem feinen Einlegebändchen zusammengehalten werden. Ich gebe es offen zu: Ich bin in solchen Dingen ein kleiner Monk – und ja, damit wohl auch als typischer Millennial geoutet –, weshalb das optische Motiv des Heftes bei uns natürlich exakt zur Taufkerze passen musste.

Ein Blick in unser Kirchenheft

Wenn ihr das Heft am Ende als klassisches DIN A5-Heftchen falten wollt, macht bei der Gestaltung am PC nicht den Fehler, die Seiten direkt im Querformat mit zwei Spalten anzulegen. Dabei verrutschen beim Drucken fast immer die Ränder und die Abstände passen hinten und vorne nicht. Plant euer Dokument stattdessen ganz normal als fortlaufende, hochformatige DIN A4-Seiten. Erst ganz zum Schluss, wenn ihr das fertige Heft als PDF an den Drucker schickt, wählt ihr in den Druckeinstellungen die Option „Broschürendruck“ (oder „Zwei Seiten pro Blatt“ im Querformat). Der Drucker sortiert die Seiten dann automatisch so, dass nach dem Falten alles perfekt sitzt!
Wenn ihr die Zeit habt, holt euch das Papier dafür im Schreibwarenhandel oder – wie in meinem Fall – im Großhandel. Ein hochwertiges Papier mit einer Grammatur von 120 g/m² macht haptisch richtig was her und fühlt sich edel an. Höher solltet ihr aber lieber nicht gehen: Ein 200 g/m² starkes Papier ist für die gängigen 08/15-Heimdrucker oft schon zu dick und führt schnell zu Papierstau. Das fühlt sich schon eher nach Karton an und wäre vielleicht eher für eine Speisekarte oder Tischkarte geeignet.

Wir haben uns übrigens gegen reinweißes Papier entschieden und stattdessen einen sanften Mix aus Weiß und Creme gewählt. Das sah meiner Meinung nach richtig edel aus und hat dem Heft einen warmen Look gegeben.

Ich hoffe, die Tipps können euch helfen, die Tauffeier eures geliebten Menschen gaaanz entspannt vorzubereiten!

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